Playoffs perfekt: AstroLadies bestehen auch in Chemnitz

Playoffs perfekt: AstroLadies bestehen auch in Chemnitz

Die VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum haben ihr Auswärtsspiel bei den ChemCats Chemnitz mit 77:73 (26:22, 22:18, 12:18, 17:15) gewonnen und damit die Playoff-Qualifikation endgültig klargemacht. In einer intensiven, phasenweise zerfahrenen, am Ende aber hochspannenden Partie gewannen die Bochumerinnen auch den direkten Vergleich gegen Chemnitz souverän. Punktgleich mit den BlackBulls Osnabrück bleibt Bochum damit auf Rang drei in der TOYOTA 2. Damen Basketball Bundesliga Nord. Weil der direkte Vergleich für die AstroLadies spricht, haben die Bochumer Basketballerinnen es in den verbleibenden zwei Spielen selbst in der Hand, Platz drei nicht mehr abzugeben.

Die Bedeutung der Partie war vor dem Sprungball klar. Bochum reiste mit einer Bilanz von 15:6 als Tabellendritter nach Chemnitz, die Gastgeberinnen lagen mit 12:9 auf Rang sechs und hatten rechnerisch noch die Möglichkeit, an den AstroLadies vorbeizuziehen. Dafür hätten die ChemCats allerdings nicht nur einen deutlichen Sieg im direkten Duell gebraucht, sondern auch einen perfekten Schlussspurt in den verbleibenden Spielen. Bochum kam mit dem Selbstvertrauen aus einer 11:1-Siegesserie nach Sachsen und konnte mit einem Erfolg oder zumindest dem gewonnenen direkten Vergleich den Einzug in die Playoffs endgültig sichern.

Nicht im Kader der AstroLadies standen Laura Barroso Perez, Henriette Ehling, Julia Martin und Ramona Tews. Trotzdem zeigte Bochum von Beginn an, dass die Mannschaft die Bedeutung des Spiels verinnerlicht hatte.

Bochum dreht den frühen Rückstand

Der Start gehörte zunächst den ChemCats. Chemnitz legte ein schnelles 5:0 vor und erwischte damit den besseren Einstieg. Die AstroLadies brauchten ein paar Angriffe, um ihren Rhythmus zu finden, antworteten dann aber entschlossen. Lisa Kullik und Cecelia Collins brachten Bochum schnell heran, Laura Knaup drehte die Partie mit vier Punkten in Serie, und plötzlich lagen die Gäste mit 8:5 vorne.

Danach blieb Bochum stabil. Faith Dut traf zunächst nach Vorlage von Kullik zum 10:9 und legte wenig später sogar einen Dreier zum 13:9 nach. Die AstroLadies kontrollierten die Partie nun deutlich besser, verteidigten aufmerksam und setzten offensiv immer wieder Nadelstiche. Kaja Scheller und Lotta Morsbach trafen in einer starken Phase von außen, wodurch Bochum seine Führung zwischenzeitlich auf 23:15 ausbaute. Ganz absetzen konnten sich die Bochumerinnen im ersten Viertel zwar noch nicht, weil Chemnitz durch Lucile Peroche wieder verkürzte, doch mit dem 26:22 nach den ersten zehn Minuten hatten die AstroLadies das Spiel nach dem frühen 0:5-Rückstand klar in ihre Richtung gezogen.

15:0-Lauf bringt Bochum klar nach vorn

Auch im zweiten Viertel blieb Bochum zunächst am Drücker. Knaup und Scheller erhöhten früh auf 30:22, und obwohl Chemnitz in der Folge mit einem 8:0-Lauf noch einmal auf 30:33 herankam, hatten die AstroLadies die passende Antwort parat. Genau in dieser Phase spielte Bochum seine beste Stretch der Partie.

Mit viel Tempo, guten Entscheidungen und konzentrierter Defense starteten die Gäste einen eigenen 15:0-Lauf. Kullik traf zweimal von außen, Collins punktete mehrfach am Korb, Dut setzte sich unter dem Brett durch und blockte zudem einen Wurf der ChemCats. Der Lohn war eine klare 45:30-Führung und zugleich der höchste Bochumer Vorsprung des Abends. Es war die Phase, in der das Spiel aus Sicht der AstroLadies beinahe schon vorentscheidend wirkte.

Chemnitz fing sich vor der Pause allerdings wieder etwas. Bochum ließ nun ein paar Chancen liegen, leistete sich kleinere Nachlässigkeiten und brachte die Gastgeberinnen damit zurück ins Spiel. Dennoch nahmen die AstroLadies eine verdiente 48:40-Führung mit in die Kabine.

Chemnitz kämpft sich im dritten Viertel zurück

Nach dem Seitenwechsel blieb Bochum zunächst vorn. Dut stellte schnell auf 50:42, und zunächst sah es so aus, als könnten die AstroLadies ihren Vorsprung weiter kontrollieren. Doch Chemnitz blieb im Spiel, sammelte wichtige zweite Chancen über Offensivrebounds und arbeitete sich Schritt für Schritt wieder heran.

Einen ersten kleinen Bruch brachte Duts drittes Foul, das Bochum zu einer frühen Umstellung zwang. Chemnitz nutzte das und kam über Lilly Küppers wieder näher. Die Gastgeberinnen verkürzten erst auf 44:50 und wenig später durch einen Dreier von Küppers sogar auf 47:50. Bochum tat sich in dieser Phase offensiv deutlich schwerer, fand nicht mehr dieselbe Klarheit wie vor der Pause und ließ einige Möglichkeiten ungenutzt.

Wichtig war deshalb der Dreier von Marija Ilic zum 53:47, der den AstroLadies kurz Luft verschaffte. Doch Chemnitz blieb unbequem. Erin Stroberg wurde nun immer präsenter, traf an der Linie und am Brett, während Bochum mehrfach liegen ließ. Auch Scheller und Knaup konnten in dieser Phase nicht jeden guten Ansatz in Punkte ummünzen. Lotta Morsbach setzte mit einem Dreier zwar noch einmal ein Zeichen, und Dut stellte auf 60:54, doch Chemnitz schloss das Viertel stark ab. Leni Knorr und Peroche verkürzten bis zur Sirene auf 58:60, sodass das Spiel vor dem Schlussabschnitt wieder völlig offen war.

Nervenstark in der Crunchtime

Das vierte Viertel begann dann mit viel Kampf und wenig Rhythmus. Chemnitz glich früh durch Jette Krause zum 60:60 aus, danach entwickelte sich eine intensive Phase, in der beide Teams zunächst Probleme hatten, sauber zu scoren. Bochum verteidigte in dieser Zeit allerdings stark und hielt die ChemCats trotz eigener Fehlwürfe lange in Schach. Ein wichtiges Signal setzte Dut mit einem Block gegen Stroberg.

Den ersten echten Befreiungsschlag setzte schließlich Collins. Nach Offensivrebound von Dut traf sie bei noch 6:41 Minuten einen Dreier zur 63:60-Führung. Die Antwort kam aber postwendend: Stroberg glich mit einem eigenen Dreier zum 63:63 aus. Auch danach blieb es eng. Dut brachte Bochum mit einem Korbleger wieder nach vorne, Stroberg egalisierte erneut, und als Knorr Chemnitz per Freiwürfen mit 67:65 in Führung brachte, kippte das Momentum kurz auf die Seite der Gastgeberinnen.

Die AstroLadies reagierten jedoch stark. Knaup glich nach Assist von Dut zum 67:67 aus, ehe Dut selbst den vielleicht wichtigsten Treffer des Spiels versenkte: einen Dreier zur 70:67-Führung. Kurz darauf klaute Ilic den Ball, und Kullik erhöhte nach einem weiteren Assist von Dut auf 72:67. Bochum hatte sich damit in einem engen, nervenaufreibenden Schlussviertel ein kleines Polster erarbeitet.

Ganz entschieden war die Partie damit allerdings noch nicht. Stroberg verkürzte noch einmal auf 69:72, doch Collins bewahrte an der Linie die Ruhe und traf 46 Sekunden vor dem Ende beide Freiwürfe zum 74:69. Wenig später verwandelte sie einen weiteren Freiwurf zum 75:69. Ein technisches Foul gegen Dut brachte Chemnitz zwar noch einmal an die Linie, und nach Duts fünftem Foul verkürzte Stroberg weiter, doch Lena Bjeltschik traf zehn Sekunden vor Schluss einen wichtigen Freiwurf zum 76:71. Nach dem schnellen Chemnitzer Korbleger setzte schließlich Ilic mit einem weiteren verwandelten Freiwurf den Schlusspunkt zum 77:73. Peroches letzter Dreier verfehlte das Ziel.

Starke Bochumer Achse trägt das Spiel

Anders als vor einer Woche im Spiel gegen BonnRhöndorf zeigten die AstroLadies eine offensiv ausgeglichenere Teamleistung. Und in den entscheidenden Phasen konnte Bochum sich auf seine Führungsspielerinnen verlassen. Faith Dut lieferte mit 19 Punkten, 13 Rebounds, sieben Blocks und fünf Assists eine überragende Allround-Leistung ab. Dazu traf sie acht ihrer 13 Würfe aus dem Feld, darunter zwei Dreier, und prägte das Spiel an beiden Enden des Feldes. Lisa Kullik kam auf 13 Punkte und traf drei Dreier, darunter wichtige Würfe in Bochums besten Phasen. Cecelia Collins steuerte 12 Punkte, 9 Rebounds und 6 Assists bei und war in der Crunchtime vor allem an der Freiwurflinie absolut präsent. Lotta Morsbach brachte mit 9 Punkten und drei Dreiern zusätzlichen offensiven Wert.

Auf Chemnitzer Seite ragte Erin Stroberg mit 22 Punkten und 11 Rebounds heraus. Lilly Küppers erzielte 18 Punkte und 7 Rebounds, Lucile Peroche kam auf 16 Punkte bei starken Wurfquoten sowie 7 Assists.

Auch die Teamzahlen unterstreichen, warum Bochum dieses Spiel am Ende für sich entscheiden konnte. Beide Mannschaften trafen insgesamt identische 41 Prozent aus dem Feld, doch Bochum war beim Rebounding mit 48:39 überlegen und verwandelte elf Dreier.

Fazit und Ausblick

Mit dem Auswärtssieg in Chemnitz haben die AstroLadies einen wichtigen Schritt in dieser Saisonphase gemacht. Der direkte Vergleich gegen die ChemCats ist gewonnen und damit die Playoff-Teilnahme gesichert. Dass die Mannschaft dabei in einem Druckspiel auswärts bestand und auch eine schwierige Phase nach der Halbzeit überstand, macht diesen Erfolg besonders wertvoll.

Jetzt richtet sich der Blick auf das letzte Heimspiel der Hauptrunde. Am Gründonnerstag, 2. April, um 18 Uhr empfangen die AstroLadies die WINGS Leverkusen in der Rundsporthalle Bochum. Zum Abschluss der Hauptrunde steht am 11. April noch das Auswärtsspiel bei TuS Lichterfelde in Berlin an. Die Ausgangslage ist klar: Bochum hat die Playoffs sicher und es selbst in der Hand, Platz drei zu verteidigen.

Der Spielbericht wird präsentiert von unserem Partner BOB Automotive.

Text: Marco Baron | MCB Sport
Foto: Faloco Fotografie