AstroLadies setzen gegen Falcons ein Ausrufezeichen
Die VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum haben das Playoff-Hinspiel in der TOYOTA 2. DBBL gegen die Falcons Bad Homburg mit 94:84 gewonnen und sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeitet. Gegen die Siegerinnen der 2. DBBL Süd überzeugten die Bochumerinnen vor allem in der ersten Halbzeit mit starker Defense, hoher Intensität und effizientem Offensivspiel. Bad Homburg kämpfte sich nach der Pause mehrfach zurück, doch die AstroLadies behielten in den entscheidenden Momenten die Nerven und verteidigten ihren Vorsprung.
Die Bühne war bereitet für ein besonderes Spiel. Letztes Heimspiel der Saison, Playoff-Auftakt, Gegnerinnen waren mit den Falcons Bad Homburg das beste Team der 2. DBBL Süd. Und die AstroLadies lieferten in der Rundsporthalle eine Leistung ab, die zunächst nach einer ganz klaren Angelegenheit aussah, am Ende aber noch einmal viel Widerstandskraft und Konzentration verlangte.
Schon in den ersten Minuten war zu spüren, dass Bochum mit viel Energie und Überzeugung in dieses Viertelfinal-Hinspiel gegangen war. Die Mannschaft von Headcoach Mario Zurkowski setzte den Gästen früh mit aggressiver Verteidigung, hohem Tempo und mutigen Abschlüssen zu. Vor allem aus der Distanz fanden die AstroLadies sofort ihren Rhythmus und sorgten damit für einen Start, der Bad Homburg früh unter Druck setzte.
Traumstart im ersten Viertel mit vier Dreiern
Bochum erwischte einen nahezu perfekten Einstieg in die Partie. Marija Ilic eröffnete das Scoring mit einem Dreier nach Assist von Lisa Kullik, legte wenig später direkt den nächsten Distanztreffer nach und brachte die AstroLadies damit früh in Schwung. Laura Knaup und Faith Dut trafen ebenfalls von außen, sodass schnell ein 9:0-Lauf zum 12:2 auf der Anzeigetafel stand.
Die Gastgeberinnen verteidigten in dieser Phase hochkonzentriert, kontrollierten die Bretter und ließen Bad Homburg kaum in einen offensiven Rhythmus kommen. Zwar setzten die Süd-Meisterinnen immer wieder Nadelstiche, vor allem über Claire Signatovich und Elza Bierina, doch Bochum blieb tonangebend. Cecelia Collins übernahm früh Verantwortung, Dut arbeitete stark unter dem Korb, und auch Kullik brachte wichtige Impulse ein. Nach zehn Minuten führten die AstroLadies verdient mit 28:17.
Bochum dominiert und zieht bis auf 22 Punkte davon
Im zweiten Viertel wurde die Bochumer Überlegenheit zunächst noch deutlicher. Die AstroLadies knüpften nahtlos an ihre starke Anfangsphase an und nahmen Bad Homburg mit ihrer Intensität in Defense und Offense fast komplett den Rhythmus. Collins, Dut, Kullik und Ilic prägten nun das Spiel, während die Gäste große Mühe hatten, zu guten Abschlüssen zu kommen.
Bochum baute die Führung Schritt für Schritt aus. Collins traf zum 30:17, Dut legte nach, und als Collins nach eigenem Ballgewinn den Fastbreak zum 34:17 vollendete, war die Rundsporthalle endgültig da. Es folgte eine Phase, in der die AstroLadies sowohl spielerisch als auch emotional das Geschehen klar diktierten. Kullik erhöhte, Dut traf sehenswert nach Alley-oop-Vorlage von Ilic, Collins und Ilic punkteten weiter in Serie.
Spätestens beim 45:23 war klar, wie stark Bochum in diesem Moment spielte. Das war zugleich die höchste Führung des Abends. Bad Homburg fand erst in den letzten Minuten vor der Pause etwas besser ins Spiel und verkürzte den Rückstand noch leicht. Mit dem 50:32 zur Halbzeit hatten sich die AstroLadies aber ein beeindruckendes Polster erarbeitet.
Bad Homburg reagiert nach der Pause
Dass die Falcons als Topteam und Favoritinnen angereist waren, zeigte sich direkt nach dem Seitenwechsel. Die Gäste kamen mit deutlich mehr Energie aus der Kabine und starteten das dritte Viertel mit einem 7:0-Lauf. Signatovich, Tosca Steinhoff und Meghan Kenefick verkürzten schnell auf 39:50 und machten klar, dass sich Bad Homburg noch lange nicht geschlagen geben würde.
Es war die erste wirklich kritische Phase aus Bochumer Sicht. Doch die AstroLadies antworteten stark. Collins traf einen wichtigen Dreier, legte kurz darauf einen Korbleger nach, und Knaup erhöhte per And-one auf 58:39. Damit hatte Bochum die erste Druckphase der Gäste erst einmal wieder abgefangen.
Bad Homburg blieb jedoch hartnäckig. Bierina kam über Freiwürfe und gute Aktionen zum Korb zu Punkten, Isabel Gregor lenkte das Spiel der Gäste mit viel Übersicht, und auch Signatovich setzte weiter Akzente. Bochum musste nun deutlich mehr arbeiten als noch vor der Pause, fand aber immer wieder eigene Antworten. Collins punktete an der Linie, Dut traf am Brett, Lotta Morsbach versenkte einen wichtigen Corner-Three, Lena Bjeltschik setzte sich stark zum Korbleger durch, und Ilic traf kurz vor Viertelende noch einmal von außen.
Mit zwei verwandelten Freiwürfen von Collins stellten die AstroLadies den Spielstand nach 30 Minuten auf 77:58. Bad Homburg hatte das dritte Viertel zwar nur knapp mit 26:27 verloren, aber längst gezeigt, dass dieses Duell noch nicht entschieden war.
Spannung im Schlussviertel
Das letzte Viertel begann zunächst noch mit einem Bochumer Erfolgserlebnis. Kaja Scheller traf zum 79:58 und stellte den Vorsprung wieder auf 21 Punkte. Doch was danach folgte, war eine intensive Schlussphase, in der Bochum noch einmal richtig gefordert wurde.
Bad Homburg erhöhte den Druck, profitierte von mehreren Bochumer Ballverlusten und kam Schritt für Schritt heran. Gregor und Signatovich verkürzten schnell, Scharfschützin Jule Seegräber traf ihren ersten und einzigen Dreier, Kenefick und Bierina brachten weitere Punkte aufs Board. Der große Vorsprung schmolz, und plötzlich war die Partie wieder offen. Spätestens beim 88:82 war spürbar, dass das Spiel aus Bochumer Sicht noch zu kippen drohte.
Gerade in dieser heiklen Phase zeigte sich aber auch die Qualität der AstroLadies. Bochum behielt die Nerven, holte wichtige Offensivrebounds und fand genau im richtigen Moment die passenden Antworten. Youngster Knaup traf 58 Sekunden vor dem Ende einen enorm wichtigen Dreier zum 91:82. Kurz darauf verwandelte Collins zwei Freiwürfe sicher zum 92:82. Bad Homburg verkürzte zwar noch einmal, doch Ilic machte fünf Sekunden vor Schluss mit zwei Freiwürfen den Endstand von 94:84 perfekt.
Topscorerinnen und individuelle Leistungen
Überragende Offensivspielerin auf Bochumer Seite war Nord-MVP Cecelia Collins. Sie kam auf 32 Punkte, 11 Rebounds und 6 Assists und führte ihr Team offensiv immer wieder durch wichtige Phasen. Marija Ilic überzeugte mit 15 Punkten, traf 3 ihrer 4 Dreier und steuerte dazu 4 Assists bei. Faith Dut verbuchte 15 Punkte, 14 Rebounds und 2 Assists, während Laura Knaup 11 Punkte erzielte.
Bei den Falcons Bad Homburg war Claire Signatovich mit 30 Punkten und 11 Rebounds die auffälligste Spielerin. Elza Bierina kam auf 17 Punkte und 6 Rebounds. Süd-MVP Isabel Gregor erzielte 13 Punkte, verteilte 10 Assists und sammelte 5 Steals. Tosca Steinhoff steuerte 12 Punkte bei und brachte in der zweiten Halbzeit viel Energie von der Bank.
Fazit und Ausblick
Die AstroLadies haben sich mit diesem 94:84-Heimsieg eine starke, aber keineswegs komfortable Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeitet. Über weite Strecken war Bochum das bessere, klarere und effizientere Team, vor allem in der ersten Halbzeit. Gleichzeitig hat die zweite Halbzeit gezeigt, welche Qualität die Falcons insbesondere offensiv besitzen und wie schnell ein scheinbar sicherer Vorsprung schmelzen kann.
Für das Rückspiel am Samstag, 25. April, um 17 Uhr in Bad Homburg nehmen die AstroLadies nun ein Zehn-Punkte-Polster mit. Da in dieser Playoff-Runde der direkte Vergleich aus Hin- und Rückspiel über den Einzug ins Final Four entscheidet, ist das eine wertvolle Ausgangslage. Entscheidend wird aber sein, auch in Hessen wieder mit derselben Intensität, defensiven Geschlossenheit und mentalen Stabilität aufzutreten, mit der Bochum dieses Hinspiel über weite Strecken geprägt hat.
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Text: Marco Baron | MCB Sport
Foto: Dominik Voh

