AstroLadies ziehen ins FINAL4 ein

AstroLadies ziehen ins FINAL4 ein

Die VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum haben den Einzug ins FINAL4 der TOYOTA 2. Damen Basketball Bundesliga perfekt gemacht. Nach dem 94:84 im Hinspiel gewann das Team von Headcoach Mario Zurkowski auch das Rückspiel bei den Falcons Bad Homburg mit 74:63. Nach schwachem Start drehten die AstroLadies die Partie noch vor der Halbzeit, verteidigten den Vorsprung in der zweiten Hälfte mit viel Einsatz und entschieden die Serie mit einer Gesamtdifferenz von 21 Punkten verdient für sich.

Die Ausgangslage war klar: Mit zehn Punkten Vorsprung aus dem Hinspiel reisten die AstroLadies nach Bad Homburg, wussten aber zugleich, dass gegen den Süd-Meister keinerlei Nachlässigkeit erlaubt sein würde. Die Falcons zeigten direkt zu Beginn, warum sie die Hauptrunde im Süden auf Platz eins mit nur zwei Saisonniederlagen beendet hatten. Bochum brauchte eine Weile, um in das Spiel zu finden, arbeitete sich dann aber mit viel Energie, mannschaftlicher Geschlossenheit und einer starken Reaktion auf schwierige Phasen zurück. Am Ende stand nicht nur ein 74:63-Auswärtssieg, sondern auch der verdiente Einzug ins FINAL4.

Schwieriger Start in Bad Homburg

Die AstroLadies kamen nur schwer in die Partie und liefen im ersten Viertel früh einem deutlichen Rückstand hinterher. Zwar brachte Laura Knaup Bochum zu Beginn per Freiwürfen mit 2:0 in Führung, doch Bad Homburg fand deutlich schneller seinen Rhythmus. Claire Signatovich, Isabel Gregor und vor allem Jule Seegräber sorgten dafür, dass die Gastgeberinnen früh die Kontrolle übernahmen. Zwei Dreier von Seegräber und viele aggressive Aktionen der Falcons brachten Bochum schnell unter Druck.

Auch offensiv lief bei den AstroLadies zunächst wenig zusammen. Die Wurfquote war ausbaufähig, dazu kamen Ballverluste und Probleme, gegen die physische Defense der Gastgeberinnen den eigenen Rhythmus zu finden. Ein früher Timeout von Mario Zurkowski beim Stand von 4:12 zeigte, wie herausfordernd diese Anfangsphase war. Immerhin stabilisierte sich Bochum zum Ende des Viertels etwas. Kaja Scheller traf einen wichtigen Dreier, Cecelia Collins verkürzte von der Linie, und Faith Dut setzte unter dem Korb Akzente. Trotzdem ging das erste Viertel mit 21:12 an Bad Homburg.

Bochum kämpft sich zurück

Im zweiten Viertel änderte sich das Bild Schritt für Schritt. Zwar blieb Bad Homburg zunächst vorne und baute den Vorsprung zwischenzeitlich noch einmal auf zehn Punkte aus, doch Bochum arbeitete sich mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Partie hinein. Collins übernahm mehr Verantwortung, Lena Bjeltschik setzte mit einem Dreier ein wichtiges Signal, und auch Laura Knaup traf von außen.

Eine zentrale Rolle spielte in dieser Phase Scheller. Sie brachte viel Energie und Offensivpower aufs Feld, traf wichtige Würfe und gab dem Bochumer Spiel spürbar Impulse. Gerade in der Phase, in der die AstroLadies den Rückstand aufholten und das Spiel drehten, war sie ein ganz wichtiger Faktor. Auch deshalb war das zweite Viertel eines der stärksten Bochumer Viertel der gesamten Serie.

Kaja Scheller von den AstroLadies Bochum erzielte 12 Punkte gegen die Falcons Bad Homburg. (Foto: @fotojhoffmann)

Nicht ohne Bedeutung war dabei auch, dass Dut weite Teile des zweiten Abschnitts wegen einer Kopfverletzung aussetzen musste. Umso wichtiger war, dass sie später zurückkehrte und weiterspielen konnte. Trotz dieser schwierigen Situation ließ sich Bochum nicht aus dem Konzept bringen. Collins glich zunächst zum 27:27 aus, Scheller brachte die AstroLadies danach in Führung, und mit viel Druck in der Defense, Ballgewinnen und klugen Entscheidungen drehte Bochum die Partie komplett. Ein Jumper von Collins nach Assist von Marija Ilic stellte den 35:31-Halbzeitstand her. Aus einem Zehn-Punkte-Rückstand war damit bis zur Pause eine Vier-Punkte-Führung geworden.

Umkämpftes drittes Viertel

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng. Bad Homburg versuchte direkt, wieder mehr Druck zu erzeugen, und arbeitete sich mehrfach an Bochum heran. Bochum selbst tat sich offensiv in dieser Phase schwerer, leistete sich einige Ballverluste und fand nicht durchgehend saubere Abschlüsse. So glichen die Falcons Mitte des Viertels zum 39:39 aus.

Doch die AstroLadies blieben stabil. Dut traf wichtige Punkte in Korbnähe, setzte defensiv mit einem Block gegen Signatovich ein starkes Zeichen und war überhaupt wieder ein wichtiger Faktor auf beiden Seiten des Feldes. Auch Knaup verteidigte stark, sammelte Ballgewinne und half, den Rhythmus der Gastgeberinnen zu brechen. Offensiv war es kein flüssiges Viertel, aber Bochum fand in den entscheidenden Momenten die richtigen Antworten. Kurz vor Viertelende traf Knaup zwei wichtige Freiwürfe zum 47:41, ehe Bad Homburg noch auf 43:47 verkürzte.

Starke Schlussphase bringt den Seriengewinn

Im letzten Viertel ließen die AstroLadies dann keinen Zweifel mehr daran, dass sie dieses Playoff-Duell auf ihre Seite ziehen wollten. Bad Homburg verkürzte zwar zunächst noch einmal, doch Bochum antwortete immer wieder sofort. Dut traf zum 49:45, Collins erhöhte, und auch als die Falcons mit Signatovich, Meghan Kenefick und Tosca Steinhoff noch einmal Druck machten, behielten die AstroLadies die Ruhe.

Ein ganz wichtiger Moment war die Phase nach einer Bochumer Auszeit Mitte des Schlussviertels. Bad Homburg war auf 51:58 herangekommen, doch Bochum stoppte die Aufholjagd mit starken Einzelaktionen und guter Defense. Scheller blieb an der Freiwurflinie sicher, Collins traf, und Knaup versenkte wenig später einen wichtigen Dreier zum 65:53. Damit hatten die AstroLadies den entscheidenden Schritt gemacht.

In der Schlussphase kontrollierte Bochum die Partie dann zunehmend besser. Ilic traf einen Dreier, Bjeltschik und Melina Reich punkteten unter dem Korb, und auch wenn Bad Homburg noch einzelne Nadelstiche setzte, war spätestens jetzt klar, dass Bochum sich den Einzug ins FINAL4 nicht mehr nehmen lassen würde. Ilic setzte mit zwei Freiwürfen 14 Sekunden vor Schluss den Schlusspunkt zum 74:63.

Topscorerinnen und auffällige Leistungen

Beste Werferin der AstroLadies war Cecelia Collins mit 25 Punkten, 13 Rebounds und 3 Assists. Faith Dut kam trotz ihrer zwischenzeitlichen Kopfverletzung auf 13 Punkte und 11 Rebounds. Kaja Scheller unterstrich mit 12 Punkten ihre starke Leistung und war vor allem im zweiten Viertel eine Schlüsselfigur für das Bochumer Comeback. Laura Knaup erzielte 10 Punkte und sammelte zudem 5 Steals. Marija Ilic kam auf 5 Punkte und 4 Assists, Lena Bjeltschik auf 5 Punkte und 7 Rebounds.

Bei Bad Homburg war Isabel Gregor mit 14 Punkten, 8 Assists und 7 Steals die auffälligste Spielerin. Claire Signatovich erzielte 13 Punkte und holte 10 Rebounds, Jule Seegräber kam auf 13 Punkte, Meghan Kenefick auf 7 und Monika Crnjac auf 6 Zähler.

Fazit und Ausblick

Ausgelassene Freude nach der Schlusssirene bei Bochums Headcoach Mario Zurkowski. (Foto: @fotojhoffmann)

Mario Zurkowski brachte die Partie und die Serie nach dem Spiel treffend auf den Punkt: „Das Spiel war ein Spiegelbild unserer Saison – schlecht angefangen, aber dann zusammengearbeitet, zurückgekämpft, stark verteidigt und am Ende mit gutem Basketball das Spiel gewonnen. Es war insgesamt eine sehr gute Serie von beiden Teams, auch für Zuschauer, Zweitliga-Basketball auf einem sehr hohen Niveau und zu jeder Zeit sehr fair ausgetragen. Wir wollten den Sieg unbedingt und haben uns mit einer ganz starken Energie zurückgekämpft und diese Serie auch verdient gewonnen. Im Kontext der gesamten Saison ist das ein unglaublich schöner Erfolg und ich bin sehr stolz auf mein Team.“

Mit dem 74:63 im Rückspiel und dem gewonnenen direkten Vergleich haben die AstroLadies das FINAL4 erreicht und dürfen nun vom ganz großen Wurf träumen. Im Halbfinale wartet am Samstag, 9. Mai, um 18 Uhr in Göttingen mit den Veilchen Göttingen eine der stärksten Mannschaften der Liga. Mario Zurkowski blickt mit großem Respekt, aber auch mit klarer Haltung auf das Saisonfinale: „Man kann diese Saison mit der vergangenen Saison nicht vergleichen. Im diesjährigen FINAL4 stehen andere Teams als noch im letzten Jahr. Es sind zwei Teams dabei, die unsere Nord-Liga absolut dominiert haben und mit Heidelberg ein Team aus dem Süden, das auch unbedingt gewinnen will. Wir kommen nach Göttingen, um unseren Bochumer Basketball aufs Parkett zu bringen. Wir werden alles reinhauen und wollen, dass es keinem Team Spaß macht, gegen uns zu spielen. Wir wollen diese Spiele auf dem höchsten Level genießen und sind da, um zu competen.“

Der Spielbericht wird präsentiert von unserem Partner Haberland Fahrradtaschen Manufaktur.

Text: Marco Baron | MCB Sport
Foto: @fotojhoffmann