Starke erste Hälfte reicht nicht: AstroLadies unterliegen WINGS

Starke erste Hälfte reicht nicht: AstroLadies unterliegen WINGS

Die VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum haben ihr letztes Hauptrunden-Heimspiel gegen die WINGS Leverkusen mit 58:69 (19:19, 15:7, 15:19, 9:24) verloren. Gegen den Tabellenzweiten zeigte das Team in der Rundsporthalle vor allem in der ersten Halbzeit eine starke und geschlossene Leistung, ließ Leverkusen zunächst kaum zur Entfaltung kommen und führte zwischenzeitlich mit zehn Punkten. Nach der Pause fanden die Gäste offensiv jedoch immer besser ins Spiel, drehten die Partie im Schlussviertel endgültig und nahmen die Punkte mit nach Leverkusen.

Cecelia Collins, 23-jährige Topscorerin der AstroLadies Bochum, ist MVP der Saison. (© @toyota.dbbl.official – instagram.com)

Schon vor dem Spiel gab es einen besonderen Moment für die AstroLadies. Zu Beginn der Woche hatte die TOYOTA 2. Damen Basketball Bundesliga bekanntgegeben, dass Cecelia Collins zum MVP der 2. DBBL Nord gewählt wurde. Vor dem Sprungball erhielt sie den Award von DBBL-Geschäftsführer Anton Hefele. Außerdem belegte Headcoach Mario Zurkowski den 2. Platz bei der Wahl zum Coach of the Year.

Collins bedankte sich nach der Partie für die Auszeichnung: „Ich bin sehr dankbar. In dieser Liga gibt es viele großartige Spielerinnen. Es ist eine große Ehre, diese Auszeichnung von den Coaches und Spielerinnen der Liga zu bekommen.“

Bochum kämpft sich nach offenem Start stark ins Spiel

Das erste Viertel verlief ausgeglichen. Bochum startete mit Punkten von Faith Dut und Cecelia Collins gut in die Partie und legte ein frühes 4:0 vor. Leverkusen nutzte danach einige Bochumer Ballverluste und kam über Olivia Okpara, Natalie Villaflor und Alinde Kerluku zu einem 10:0-Lauf. Die AstroLadies blieben jedoch stabil, arbeiteten sich über Laura Knaup und Dut wieder heran und glichen die Partie kurz vor der Sirene durch einen Dreier von Knaup zum 19:19 aus.

Schon in dieser frühen Phase zeigte sich, dass Bochum den Favoritinnen mit viel Einsatz, guter Verteidigung und mannschaftlicher Geschlossenheit begegnen wollte. Genau diese Qualitäten prägten dann vor allem das zweite Viertel.

Starke Defense legt den Grundstein für die Halbzeitführung

Im zweiten Abschnitt übernahmen die AstroLadies klar die Kontrolle. Collins leitete diese Phase mit viel Energie ein, brachte Bochum mit starken Aktionen in der Defense und im Fastbreak wieder nach vorne, Dut dominierte am Brett, und die gesamte Mannschaft nahm Leverkusen nahezu komplett den Rhythmus.

Bochum setzte sich Punkt für Punkt ab, ehe ein 12:0-Lauf die Rundsporthalle endgültig elektrisierte: Collins traf im Fastbreak, Lotta Morsbach blockte stark gegen Amelie Kröner, Dut sammelte Rebounds und Steals, und Laura Barroso Perez erhöhte schließlich auf 31:22. Wenig später traf Kaja Scheller nach Assist von Marija Ilic einen Dreier zum 34:24 – Bochums höchste Führung des Abends.

Dass Leverkusen zur Pause nur 26 Punkte auf dem Konto hatte, war Ausdruck einer richtig starken Bochumer Defensivleistung. Vor allem im zweiten Viertel ließen die AstroLadies lediglich sieben Zähler der Gäste zu und zeigten, dass sie auch gegen ein absolutes Topteam der Liga auf Sieg spielen können.

Leverkusen kommt nach der Pause zurück

Im dritten Viertel blieb Bochum zunächst vorne und verteidigte seine Führung zunächst ordentlich. Lisa Kullik und Dut hielten den Vorsprung erst einmal stabil, ehe Leverkusen zunehmend Lösungen fand und offensiv gefährlicher wurde. Villaflor, Okpara und Kendra Parra brachten die Gäste wieder näher heran, während Bochum nicht mehr ganz dieselbe Klarheit und Konsequenz wie vor der Pause auf das Feld bekam.

Wichtige Antworten fanden die AstroLadies dennoch. Collins traf einen Dreier zum 43:37, verwandelte später Freiwürfe, Ilic legte stark zum 47:40 nach, und Scheller erhöhte nach Assist von Collins per Fastbreak noch einmal auf 49:40. Doch Leverkusen blieb dran. Ein Dreier von Zoe Hartmann und ein Fastbreak-Lay-up von Lucie Keune verkürzten den Bochumer Vorsprung bis zur letzten Viertelpause auf 49:45.

Schon in dieser Phase deutete sich an, dass die Partie im Schlussabschnitt noch einmal kippen könnte. Bochum lag zwar weiter vorne, doch Leverkusen wurde offensiv zunehmend stärker und effizienter.

Hartmann bringt die WINGS zum „Fliegen“

Im vierten Viertel entglitt den AstroLadies das Spiel dann. Zwar brachte Dut Bochum zu Beginn noch mit 51:45 in Front, doch anschließend drehte Leverkusen die Partie mit viel Tempo, aggressiver Verteidigung und deutlich besserer Trefferquote. Hartmann und Villaflor verkürzten zunächst, ehe erneut Hartmann wenig später auch den Ausgleich zum 51:51 erzielte.

Ilic brachte Bochum mit einem Korbleger zwar noch einmal mit 53:51 nach vorne, doch Leverkusen hatte nun klar das Momentum auf seiner Seite. Villaflor glich aus, Okpara vollendete nach Ballgewinn den Fastbreak zur ersten Gäste-Führung im Schlussviertel, und Hartmann legte zum 57:53 nach. Bochum blieb kurz über Collins in Reichweite, doch danach riss der Offensivfaden fast vollständig ab.

Die WINGS nutzten nun die Bochumer Ballverluste konsequent, gewannen wichtige Duelle und trafen vor allem aus der Distanz deutlich besser als in der ersten Halbzeit. Maßgeblichen Anteil daran hatte Hartmann, die von der Bank in nur rund 17 Minuten auf 15 Punkte kam, drei ihrer vier Dreier traf und der Partie in der zweiten Hälfte spürbar ihren Stempel aufdrückte. Nur Foulprobleme bremsten sie im weiteren Verlauf noch etwas.

Collins sagte nach dem Spiel: „Wir wussten, dass Leverkusen ein gutes Team ist. Wir wollten ins Spiel gehen und körperlich dagegenhalten. Sie haben viele gute Spielerinnen und sehr viel Tiefe im Kader. Wir sind dann phasenweise ein bisschen von unserem eigenen Spielplan abgekommen, aber wie gesagt: Sie sind ein gutes Team und zwingen dich auch dazu.“ Genau das war im Schlussviertel zu sehen. Bochum gab sich nie auf, fand offensiv aber kaum noch gute Lösungen, während Leverkusen in einen Rhythmus kam und das Spiel mit einem 24:9 im letzten Abschnitt noch klar auf seine Seite zog. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns, wollen noch mehr Siege holen und in den Playoffs möglichst weit kommen“, richtete Collins den Blick bereits auf die kommenden Aufgaben.

Starke Zahlen von Collins und Dut, aber zu viele Ballverluste

Beste Bochumer Werferin war Cecelia Collins mit 17 Punkten, 14 Rebounds und 8 Assists. Damit kratzte sie erneut an einem Triple-Double und unterstrich einmal mehr ihren enormen Wert für das Bochumer Spiel. Faith Dut kam auf 11 Punkte und starke 16 Rebounds, Laura Knaup ebenfalls auf 11 Punkte. Auf Leverkusener Seite führten Zoe Hartmann mit 15 Punkten sowie Natalie Villaflor und Kendra Parra mit jeweils 12 Punkten die Gäste an. Olivia Okpara steuerte 11 Zähler bei.

Im Teamvergleich zeigen die Zahlen ein Spiel, das lange enger war, als es das Endergebnis vermuten lässt. Bochum gewann das Reboundduell mit 48:42, war bei den Punkten in der Zone mit 38:26 und bei den Second-Chance-Punkten mit 16:6 vorne. Auch die Feldwurfquote war mit 36 Prozent auf beiden Seiten identisch. Der Unterschied lag vor allem in zwei Bereichen: Leverkusen traf von außen deutlich besser und verwandelte neun Dreier bei einer Quote von 38 Prozent, während Bochum nur auf vier Dreier bei 19 Prozent kam. Zudem leisteten sich die AstroLadies 20 Ballverluste, Leverkusen nur 14. Die 12 Steals der Gäste und 21 Fastbreak-Punkte waren in einem Spiel mit vielen engen Phasen letztlich entscheidende Faktoren.

Fazit und Ausblick

Durch die Niederlage rutschen die AstroLadies auf Platz vier zurück und können bei nur noch einem ausstehenden Spiel aus eigener Kraft nicht mehr auf Rang drei zurückkehren. Bochum ist nun auf einen Ausrutscher der BlackBulls Osnabrück angewiesen, die zum Redaktionsschluss noch zwei Partien vor sich hatten.

Das letzte Spiel der Hauptrunde bestreiten die AstroLadies am Samstag, 11. April, um 18 Uhr bei TuS Lichterfelde in Berlin. Dort wird Bochum allerdings auf zwei wichtige junge Kräfte verzichten müssen: Laura Knaup und Lena Bjeltschik gehören zum Kader der deutschen U18-Nationalmannschaft für das Albert-Schweitzer-Turnier. Zwischen dem 4. und 11. April trifft das deutsche Team dort auf Italien, Japan und Serbien.

Trotz der Niederlage gegen Leverkusen bleibt festzuhalten, dass Bochum über weite Strecken erneut gezeigt hat, mit einem Spitzenteam auf Augenhöhe spielen zu können. Vor allem die erste Halbzeit war ein weiterer Beleg für die Qualität, die in dieser Mannschaft steckt trotz großem Verletzungspech in dieser Saison. Nun gilt es, den Blick nach vorn zu richten und mit einem starken Auftritt in Berlin Selbstvertrauen für die Playoffs mitzunehmen.

Der Spielbericht wird präsentiert von unserem Partner HSW Autoteile.

Text: Marco Baron | MCB Sport
Foto: Dominik Voh